
Doréi - Master or Slave?
|
|
| | Autor | Nachricht |
|---|
Casimir Doréi


 | Thema: Bedtime Stories Do Feb 23, 2012 12:17 am, © Casimir | |
| « Eiris POV »„Erzähl mir von einem schönen Erlebnis in deiner Kindheit!“, forderte mich eine Stimme auf, dessen Inhaber direkt neben mir lag. Mein Arm um seinen Hals geschlungen. Meine Finger sacht in seinem blonden Haar vergraben. Sein Kopf auf meiner Brust. Er musste wohl den Satz bemerkt haben, den mein Herz bei seiner Aufforderung machte. Aber es war vielmehr die Plötzlichkeit, die die Stille um uns verjagte, als der eigentliche Inhalt. Wir teilten uns seit ein paar Wochen das Bett seiner Eltern. Der Eltern, die ihren Sohn verlassen hatten, weil er scheinbar begonnen hatte, den Sinn der Worte „Lebe dein Leben“ verstanden zu haben. Wobei die Betonung auf dem 'lebe' lag. Doch ich konnte beim besten Willen nicht beschreiben, was er vorher mit seinem Leben getan hatte. Casimir umschrieb es meist schnaubend als 'herumvegetieren' und nachdem ich das Wort so kennengelernt hatte, fiel mir auch keine bessere Umschreibung ein für dass, was seine Eltern ihm als Leben aufgezwungen hatten. Der Abend verlief, wie jeder andere zuvor auch. Er kuschelte sich in seinem kindlichen Wunsch nach Geborgenheit an mich, den Kleineren, und ich wiederum gab ihm das, was mir selbst fehlte. Wartete vergeblich darauf, dass er es irgendwann zurückgab, das Gefühl des Schutzes. Wir waren kein Paar, wir waren beide nur verwundete Tiere, die Gesellschaft beim jeweils anderen suchten, Geborgenheit, Wärme und das Gefühl, verstanden zu werden. Irgendwo zwischen familiärer, freundschaftlicher und sexueller Beziehung. Wobei die Berührungen nie über das hinausliefen, was ich bereits schilderte. Das Sexuelle fand wohl nur in meinem Kopf statt. Es waren nur harmlose Bilder, ich war doch erst 16 und bisher frei von jeder Erfahrung. Ich weiß, dass es kein Argument für sachte Gedanken war, dennoch wollte ich glauben, dass es daran lag, dass ich unschuldig war. Auch wenn ich ab und zu von meinem Cousin hörte, was er trieb und was er bevorzugte. Ungefragt. Manchmal stellte ich mir vor, wie er früher gewesen sein mochte, als ihm Erotik genauso fremd war, wie mir mit meinen 16 Jahren. Er war sicher auch schüchtern und zurückhaltend gewesen. Unsicher...
|
|
|  | | Casimir Doréi


 | Thema: Re: Bedtime Stories Do Feb 23, 2012 11:59 pm, © Casimir | |
| « Casis POV » „Hab ich dir je von meiner ersten Begegnung mit Cat erzählt? Weiß ich jetzt gar nicht so genau...“, nuschelte ich in das Kopfkissen, das sich so überhaupt nicht wunderbar als Kopfstütze nutzen ließ, da mein Gesicht jedes Mal bis zur Hälfte darin versank. Wer benötigte schon Daunenbettwäsche außer Suizidgefährdete und Leute, die gern kurz vorm Erstickungstod lebten? Stöhnend richtete ich mich etwas auf, um den Kopf doch letztendlich auf die altbekannten Handflächen aufzustützen. „Ich weiß nicht. Glaube nicht. Ich weiß nur, dass du dich immer zum Deppen gemacht hast, wenn ihr euch mal über Laptop unterhalten habt.“ Ein spöttisches Lächeln huschte über die Lippen meines Lieblingscousins. Wahrscheinlich auch meines einzigen Cousins, denn meine Eltern hatten es nie für nötig gehalten, mich meinen gleich- oder zumindest fast gleichaltrigen Verwandten vorzustellen. Stattdessen hatte ich bei den langweiligen Familientreffen immer meine Zeit bei den Spaßbremsen und am Sargdeckel kratzenden Familienmitgliedern fristen dürfen. Immer im Kreuzverhör meiner Tanten und Onkel. 'Wie sieht es mit seiner beruflichen Zukunft aus?', 'Welche Fächer liegen ihm mehr?'. Komisch, dass es nie Fragen waren, die an mich gerichtet wurden. Ich war der Angeklagte und die Antworten wurden von meinen Anwälten gegeben. Doch meine Aussagen hätten nie mich, sondern nur deren Ansehen geschadet. Ihrer Meinung nach. Dabei konnte ich mich damals noch gewählt ausdrücken, war noch ein braver, strebsamer Schüler gewesen und einfach zu feige, das Maul aufzumachen. Aber wie gesagt. Viel von der Verwandtschaft hatte ich so nie mitbekommen. Dass Eiri existierte, wusste ich auch erst, als er vor meiner Tür stand. Gespielt genervt verdrehte ich die Augen über seinen Kommentar. War man einmal romantisch in seinem Leben, so gab es immer wieder Banausen, die es für albern oder kitschig oder einfach nur dämlich hielten. Aber ich glaube, Eiri wusste es einfach nur nicht besser. Hätte ich ihm einmal nur Frühstück ans Bett gebracht und für ihn ein kleines Liebeslied gesungen, er hätte diese nächtlichen Privatkonzerte für Cat in einem ganz anderen Licht gesehen. „Also, erzähl, wo hast du sie das erste Mal gesehen?“ Eiri machte es sich auf dem Sofa gemütlich, kein Anzeichen dafür gebend, mir auch nur ein wenig Platz zu schaffen. Blieb mir wohl nur der Boden und meine Mordwaffe von Kissen. Um der Gefahr eines langsamen Todes zu entgehen, drehte ich mich ruckartig auf den Rücken und starrte die Zimmerdecke an. Weiß. Langweilig. „Eigentlich war's gar nicht so spektakulär. Zumindest nicht für jemanden, der meine Gefühle nicht versteht. Weißt du, sowas muss man eben selbst einmal erlebt haben, dieses Gefühl der Liebe auf den ersten Blick. Aber frag mich jetzt nicht, ob der auf sie oder zu tief ins Glas gerichtet war, ja!“ Ich faltete die Hände auf meinem Bauch und drehte den Kopf etwas. Eiri schien nachzudenken. Worüber? „Was sinnierst du?“ - „Nichts... jetzt erzähl endlich. Du drückst dich so'n bisschen davor, mit diese schwache Geschichte aufzutischen. Aber du hast damit angefangen, also beendest du's auch!“ Und damit ging mein Blick wieder an die Wohnzimmerdecke. Komisch, sie war noch immer genauso langweilig, wie zuvor... „Sie stand einfach da. Klingt kitschig aber es ist wahr. Und ich dachte 'Die is es! Sprich sie an!' und das hab ich dann auch. Sie stand da an der Bar mit einem meiner Kollegen und hatte so ein wundervolles Lächeln auf den Lippen. Aber ich will nicht wissen, was für schmutzige Geheimnisse er ihr gerade erzählt hatte. Ich weiß ehrlich nicht mehr, was ich gesagt hab, aber daraufhin hat sie mich ebenso süß angelächelt. Dann haben wir getanzt und irgendwann konnt' ich nicht anders, da musste ich sie küssen.“ Mein zur Seite gerichteter Blick konnte die in die Höhe gezogene Augenbraue gut erkennen. „Macht man das echt so? Stockbesoffen das nächstbeste Mädel in 'ner Disco anrempeln, bisschen tanzen und dann ist man gleich privilegiert, sie zu küssen?“ Er murmelte es nur und ich wusste warum. Natürlich tat ihm das weh, dass ich manche Menschen einfach so küssen konnte. Aber was sollte ich schon groß dagegen tun? In Abstinenz leben? „Ich kann sehen, was du denkst. Hör auf damit!“, knurrte er nach ein paar Augenblicken des Schweigens. „Und deine Geschichte war auch nicht die beste. Ich mach mir Abendbrot. Kannst es ja nachher nochmal versuchen. Denk dir was besseres aus!“ Empört warf ich mein Mordkissen hinter ihm her und schmollte. „Undankbarer....!!“
|
|
|  | | Casimir Doréi


 | Thema: Re: Bedtime Stories Sa März 10, 2012 9:50 pm, © Casimir | |
| « Catherines POV » Schweigend wartete ich darauf, dass auf der anderen Seite der Welt ein einziger Mausklick getätigt wurde. Es dauerte wirklich länger als sonst. Dabei stimmte die Uhrzeit, der Tag... vielleicht hatte er es einfach nur in seiner Dusseligkeit vergessen. Obwohl es gar nicht zu dem Casimir passte, den ich kennengelernt hatte. Außerdem war er ja online. Vielleicht gerade aus dem Zimmer? War doch möglich. Aber dann hörte ich Musik im Hintergrund, die nicht meine war. Das eigentümliche Skype-Geräusch war verschwunden und auch das schwarze Fenster lichtete sich, bis ich eine grinsende Gestalt erblickte. Nun ja, das Grinsen selbst sah ich, der Rest seines hübschen Köpfchens war unter einem grünen Handtuch verborgen, das sich ruckhaft vor und zurück bewegte. Und vor und zurück. Und das Grinsen verschwand nicht. „'tschuldige, war noch duschen. Der Abend war lang und... naja, ich riech nicht gern nach all dem, was ich so konsumiere... oder die Leute um mich herum.“ Ich nickte langsam. Klar, verstand ich. Vor allem, da ich zu allem Überfluss nicht einmal rauchte. Also nicht oft. Nur in Gesellschaft von Rauchern. 'Gelegenheitsraucher' nennt man das wohl. Wenn der ganze Raum danach stank, fiel der Rauch in den Klamotten auch nicht so auf, aber wenn man dann in einer rauchfreien Zone war, da war es nur noch unangenehm, das riechen zu müssen. „War viel los heute?“, fragte ich und legte meinen Kopf etwas schief... bis mir einfiel, dass es ja nur ein Video war, das vor mir lief, dass es nur eine Webcam-Übertragung war. So würde ich ihm nicht unter das Handtuch gucken und seine Augen betrachten können. Dabei wollte ich so gern wissen, ob er noch seine Kontaktlinsen trug oder ob mich gleich zwei schöne, braune Augen erwarteten. Ja, seine Augen übten schon eine kleine Faszination auf mich aus, denn entgegen vieler blonder Menschen waren seine Augen braun... und nicht irgendeines, es war so unglaublich warm, hatte eine leicht goldene Nuance darin und sie strahlen so schön. Auch wenn es kindisch klingt, ich liebte seine Augenfarbe. „Naja, es ist Freitag, was erwartet man da anderes als volles Haus. Und dann bestellen sie alle diese beschissenen Cocktails auf Sour-Basis... Gott! Ich hasse es. Ich rall das mit der richtigen Balance immer noch nicht. Aber gestorben ist scheinbar keiner, sonst wär ich meinen Job jetzt wohl längst los.“ Er kicherte leicht und warf das Handtuch außerhalb meines Blickfeldes. Ich konnte, wenn ich ehrlich war, auch kein Grinsen unterdrücken, denn was er da von sich gab erinnerte mich nur an unsere Abenden, in denen wir zusammen die abgedrehtesten Cocktails aus dem gemischt hatten, was sich bei ihm zu Hause zu trinken fand. Selbst benannt hatten wir die meisten auch, geschmeckt hatten die wenigsten, aber Spaß war eh alles, was wir benötigten, um den Abend zu genießen. „Wie war dein Tag?“, knüpfte Casimir beinahe nahtlos an seine Erzählung an und zeigte ein unheimliches süßes Lächeln. Als ich das sah, spürte ich wieder diesen Stich in mir, das Wissen darum, etwas gewaltig Falsches zu tun. Aber um das zu vermeiden war es längst zu spät. Bevor ich antworten konnte, wurde die Musik aus dem Hintergrund lauter. Verwirrt zog ich eine Augenbraue hoch. „...Eiri hat Besuch von Valet, der ihm Musikgeschmack beibringen will. Ich höre jetzt, seit ich da bin, nichts anderes als My chemical Romance, The Offspring und...“, kam auch sogleich die Erklärung, die aber irgendwo in der Aufzählung unterbrochen wurde von einer mir durchaus vertrauten Stimme. „Cassio, haben wir irgendwo Bier? Valet will jetzt unbedingt ein Bier und ich weiß nicht, wo du das bunkerst...“ - „Bier her, Bier her, oder ich fall-“ - „Is' gut, Valet!“ - „Wollt euch nur vorgewarnt haben...“ Halb kopfschüttelnd, halb lachend verfolgte ich das Gespräch, was irgendwo von Richtung Tür zu kommen schien. Doch Casimir ließ ich nicht aus den Augen, wie er sich mit einer Hand das nasse Haar raufte und tief ein- und ausatmete. „Leute, seht ihr nicht, dass ich beschäftigt bin? Das Bier ist im Keller, die einzelnen Flaschen im Kühlschrank, die Kästen und Sixer hinten beim Regal mit den Konserven, Eiri trink nich' zu viel, ich weiß, was das morgen wieder für eine Stimmung wird und macht die Musik leiser!“, ratterte es aus ihm heraus, in etwas gereiztem Ton, jeder Befehl ein klein wenig lauter als der vorhergehende. Etwas mitleidig betrachtete ich ihn, als plötzlich ein weiteres Gesicht im Bild auftauchte. Zumindest halb. „HEEEY!“, brüllte die Stimme, die ich wohl Valet zuordnen würde und etwas schüchtern winkte ich ihm, grinste... bevor ich loslachte. Gepaart mit meinem kleinen Ausbruch hörte ich einen dumpfen Laut und Eiris lachende Stimme. Sehen tat ich allerdings nichts, denn das, was immer da geschah, war außerhalb der Reichweite von Casimirs Webcam. Alles, was ich sagen konnte war, dass Valet auf nicht allzu freundliche Weise aus dem Bild geschafft worden war. Irgendwie war es traurig, dass ich es nicht miterlebte, denn ich hatte die Gesellschaft der beiden Cousins wirklich sehr genossen, denn es gab nie eine wirklich ruhige Minute. Und dieser Valet, den hätte ich auch gern noch kennengelernt, als ich noch in London war... doch dafür war es alles zu spät. Einen Moment war Stille und nur die Musik dudelte weiter. »I could have been a better son!«, deklarierte eine männliche Stimme und sofort musste ich wieder an den Abend denken, in dem ich alles erfahren hatte. An dem er sich mir vollkommen geöffnet hatte. Wenn auch auf mein Flehen hin, da ich ihm angesehen hatte, das an dem Tag etwas nicht stimmte. Doch jetzt, jetzt lächelte er nur wieder, etwas entschuldigend, was ich nur abwinkte, denn es störte mich nicht im Mindesten, ich genoss jede Minute mit den beiden, egal ob in Person oder über Internet. Die Musik wurde tatsächlich leiser... Casimirs Blick liebevoller. Warum, warum hatte ich ihn erst so spät kennen lernen müssen? Viel zu spät. „Ich vermisse dich wirklich sehr, Cat.“, murmelte er, wandte den Blick etwas ab. Ich wusste ja, wie schwer es ihm fiel, soetwas zu sagen, deswegen ignorierte ich seine doch etwas schüchterne Seite. Insgeheim fand ich sie unheimlich süß... „Ich vermisse dich auch. Und deinen Cousin ebenso... aber dich besonders.“, gab ich zurück und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. „... kommst du mich mal besuchen? Irgendwann? ...gibt es keine Möglichkeit? Ich würde dich so gern wieder richtig sehen und in die Arme nehmen können. Ich denk so oft an dich.“ Seine Stimme wurde immer leiser und ich wusste, dass es ihm ernst war. Dass er sich nach mir sehnte... irgendwie musste ich ihn auf andere Gedanken bringen. Ich konnte einfach nicht mit ansehen, wie er litt. Oh, hätte ich mir das alles nur viel früher überlegt! „Cas...“, begann ich, unentschlossen, was ich nun als nächstes sagen sollte. Er hob seinen Blick. Sah mich nicht direkt an, betrachtete wohl das Skypefenster auf seinem Bildschirm. Erwartungsvoll. „Singst du mir etwas vor?“, fragte ich. Nicht sicher, ob es das richtige war, doch als er zu schmunzeln begann, atmete ich auf. „Was möchtest du hören?“, gab er zurück und ich überlegte. Doch scheinbar schien er etwas passendes gefunden zu haben. Ich machte es mir mit meinem Laptop auf dem Bett gemütlich, warf einen kurzen Blick auf die Uhr. Es war 12 Uhr nachts. Das hieß, bei ihm war es 5 Stunden später. Für mich war er um diese Uhrzeit wach... Auf einen fragenden Blick Casimirs hin nickte ich und er begann zu singen, leise und sanft. Und ich musste mich so... so sehr zusammenreißen um nicht zu weinen.
|
|
|  | | |
Ähnliche Themen |  |
|
| Seite 1 von 1 |
| | Forenbefugnisse: | Sie können in diesem Forum nicht antworten
| |
| |
| |
|